NACHBARN UND BEHÖRDE STOPPEN DEN WÄRMEVERBUND MERISHAUSEN
Vor rund vier Jahren haben wir mit viel Überzeugung und persönlichem Engagement die Planung eines Wärmeverbundes für die Gemeinde Merishausen gestartet. Unser Ziel war es, mit privatem Kapital eine nachhaltige und langfriste Wärmeversorgung aufzubauen, von der die Bevölkerung mit den angeschlossenen Liegenschaften profitieren kann. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung und persönlichen Beratungsgesprächen haben bereits 69 Interessierte mit einer verbindlichen Zusage dem Verbund ihr Vertrauen ausgesprochen.
Nach umfangreichen Vorabklärungen, intensiven Kontakten mit Gemeinde- und Kantonsbehörden, welche beide dem Projekt positiv gegenüberstanden, wurde das Baugesuch am 16.01.2026 eingereicht. Das Bauvorhaben ist aufgrund seiner Lage auf eine Ausnahmebewilligung des Bauinspektorats des Kantons Schaffhausen angewiesen. Diese Bewilligung wurde aufgrund der Einwendungen seitens der Nachbarschaft nicht erteilt. Stattdessen verlangt das Bauinspektorat, vertreten durch Oliver von Ow, eine erneute öffentliche Auflage.
Dieser Entscheid, welcher kein Rechtsmittel zulässt, trifft bei uns auf völliges Unverständnis. Das Bewilligungsverfahren muss von Grund auf neu durchgeführt werden. Wie lange dieser Prozess dauern wird und wie das Verfahren letztlich ausgeht, kann nicht abgeschätzt werden.
Der zeitliche Druck für die Ausführung ist infolge zum Teil maroder Heizungen wichtiger Schlüsselkunden hoch. Die entstehenden Kosten für einen Heizungsersatz sind infolge Abschaffung des Eigenmietwertes nur noch bis Ende 2028 abzugsfähig.
Die Realisierung der Energiezentrale am vorgesehenen Standort ist ungewiss. Alternative Standorte stehen nicht zur Verfügung. Die ursprünglich geplanten Synergien, insbesondere bei der Brennstofflieferung, der Wärmeproduktion und der Nutzung von Abwärme, könnten nicht mehr erzielt werden.
Ausserdem befinden sich in weiten Teilen des Gemeindegebiets bekannte oder potenzielle archäologische Fundstellen. Sollten beim ohnehin aufwendigen Bau des Leitungsnetzes Funde gemacht werden, wäre mit weiteren Verzögerungen zu rechnen.
Für die Zukunft wäre der Wärmeverbund auch auf die Realisierung von Neubauprojekten angewiesen. Immer schwierigere Bewilligungsverfahren dürften das nötige Wachstum erheblich einschränken.
Obwohl die Planungsarbeiten bereits weit fortgeschritten sind und die Verantwortlichen viel Zeit, Engagement und finanzielle Mittel im Umfang von rund CHF 250'000 in das Vorhaben investiert haben, sind wir nach sorgfältiger Abwägung aller Risiken und Unsicherheiten zum Entschluss gekommen, auf die Realisierung des Projekts schweren Herzens zu verzichten und die bisherigen Aufwände abzuschreiben.
Bei allen Interessentinnen und Interessenten bedanken wir uns für das entgegengebrachte Vertrauen, die Geduld und die Unterstützung während der vergangenen Jahre. Wir bedauern diesen Schritt sehr und hätten den Wärmeverbund gerne gemeinsam mit Ihnen realisiert.
Freundliche Grüsse
Die Aktionäre der Wärmeverbund Merishausen AG



